Unter der Lupe

Noch drei Tage bis zur Wiederkehr der wöchentlichen Festspiele sind Grund und Anlass, den Kader unserer Eintracht hinsichtlich den Mindestanforderungen des Frankfurter Niveaus zu prüfen. Heute: Der Defensivverbund.

Im Tor:
Markus Pröll ist wiedergenesen und folgerichtig die Nummer 1. Nach der Vorrunde vergangener Saison vom Fachmagazin kicker als "Der Überflieger" eingestuft sollte er auch heuer ein verlässlicher Rückhalt sein, sollte er sich nicht wieder verletzen. Und dafür war er im Verlauf seiner bisherigen Karriere durchaus anfällig.

Nikolov wäre im Falle des Verletzungsfalles die erste Alternative. Auf der Haben-Seite kann er ein gerüttelt Maß an Bundesligaerfahrung für sich verbuchen, leider steht er nach all den Jahren in Punkto Strafraumbeherrschung immer noch ziemlich im Soll.

Zimmermann hat bei seinen bisherigen Einsätzen sehr ordentliche Leistungen gezeigt und wäre aus perspektivischer Sicht Nikolov in der Hierarchie fast vorzuziehen. Die grundsätzliche konservative Haltung des Trainerstabes, insbesondere was die sensible Position zwischen den Pfosten angeht, läßt jedoch anderes vermuten...

Die Abwehrkette:
Rechts hinten ist Patrick Ochs gesetzt. Sein Zweikampfverhalten ist zumeist vorbildlich. Im Offensivspiel hingegen sollte er in diesem Jahr versuchen, etwas konsequenter und mit mehr Übersicht zu spielen. Soll heißen: Öfter bis zur Grundlinie gehen und brauchbarere Flanken schlagen oder den Ball im Halbfeld rechtzeitig abspielen. Alternativen gibt es für seine Position fast nicht, Christoph Preuß als Notlösung ist im Mittelfeld eindeutig besser eingesetzt.

Links hinten wird Spycher spielen. Er kann mangelnde Schnelligkeit zumeist durch ein gutes Auge kompensieren, wie bei Ochs wären für eine Weiterentwicklung der Spielkultur aber auch bei ihm stärkere Impulse nach vorne wünschenswert.

Mounir Chaftar, zuletzt bei Tests als Innenverteidiger eingesetzt, ist sein Ersatz. Bislang kaum zum Zuge gekommen hat er sich bei seinen wenigen Einsätzen als sehr lauffreudig und bemüht erwiesen, wurde von den Mitspielern aber häufig links liegen gelassen. In der Defensivarbeit sind ihm dazu einige ärgerliche Anfängerfehler unterlaufen, die man einem Anfänger aber auch zugestehen sollte.

Auch Neuzugang Mahdavikia könnte notfalls in der Abwehr spielen, die Erfahrung seiner Hamburger Zeit lehrt jedoch, dass er im Mittelfeld besser aufgehoben ist.

In der Innenverteidigung stehen vier Spieler für zwei Startplätze zur Verfügung.
Vasoski muss zusehen, dass seine Nase schnell wieder funktionsfähig ist und ihm den richtigen Riecher für die Laufwege seiner Gegenspieler verleiht. Insgesamt war er sicher der verlässlichste Abwehrspieler der letzten Jahre, in der Vorsaison offenbarte er allerdings in einigen Situationen bislang nicht bekannte Stellungsfehler. das sollte er abstellen.

Kyrgiakos, der Koloss, zeichnet sich durch großen Einsatz und Kampfbereitschaft aus. Er gewinnt die meisten Zweikämpfe, erobert viele Bälle, schießt Tore und ist sicher einer der spektakulärsten Innenverteidiger der gesamten Bundesliga. Dummerweise landet fast jeder vertikal gespielte Ball wieder in den Füssen des Gegners, weshalb die Wirkung seines Einsatzes häufig verpufft. Zwischenzeitlich hat man ihm daher verordnet, den Ball nur noch quer nach aussen zu spielen, das macht das Spiel zwar langsam, er sollte es aber dabei belassen.

Marco Russ ist nach wie vor der talentierteste Verteidiger der Mannschaft. Für sein Alter hat er eine erkleckliche Anzahl von Spielen vorzuweisen und dabei meistens erstaunlich abgeklärt gespielt. Sollten Vasoski oder Kyrgiakos die erwähnten Schwachstellen in ihrem Spiel nicht verbessern können, wäre er im Laufe der Saison sicherlich ein Kandidat für die Stammelf.

Aaron Galindo. Verpflichtet als Ersatz für die vielen Verletzten hat er sich nach seinem ersten Spiel gleich selbst in die Reha verabschiedet. Wie gut er wirklich ist und wie schnell er nach der Dopinsperre in die Spur findet muss sich noch zeigen.

Insgesamt sind wir gleichwertig, vielleicht sogar ein wenig besser aufgestellt als vor Jahresfrist. Hält man sich vor Augen, dass die Defensive bis zur Verletzung von Pröll eigentliche der beste Mannschaftsteil war und die Misere erst zu Beginn der Rückrunde wirklich schlimm wurde, müsste die Abwehr den meisten Gegnern in der Bundesliga gewachsen sein. Problematisch wird der Saisonstart mit unseren vielen Angeschlagenen und eventuellem Mangel an Eingespieltheit. Über die Saison gesehen sollte das Niveau aber mindestens ausreichend sein.

Morgen gehts weiter mit dem Mittelfeld.
missbehaviour (Gast) - 8. Aug, 15:04

weitere unterstützung

erfährt die gebeutelte hintermannschaft natürlich auch durch verbale blutgrätschen, pfiffe und andere notbremsen aus der kurve, die nach der langen pause mehr als heiß auf ihren einsatz in der defensive ist.
gut unterrichtete kreise berichten ohnehin von entzugserscheinungen aller art, die sich sicher in einem höchst explosiven audio-visuellen gemisch entladen werden.
denn eines steht fest: auf dieser position sind, zumindest am anfang der saison, alle hochmotiviert und werden jegliche defensiv-zweifel einfach wegbrüllen!

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