Im letzten Jahr hingen die Stürmer der Eintracht oft in Luft, haben viele Chancen nicht verwerten können und am Ende glücklicherweise gerade noch häufig genug getroffen.
Besser machen sollen es dieses Jahr die Altbekannten:
Amanatidis. Der neue Kapitän und mit sage und schreibe 20 Toren seit dem Wiederaufstieg bester Schütze sollte sich auf das beschränken, was er am besten kann: Flanken reinköpfen oder Pässe aufnehmen, sich in 1-gegen-1 Situationen durchsetzen und sofort den Abschluss suchen.
Takahara. Die Bänderdehnung gibt ihm 2 bis 3 Wochen der wohlverdienten Erholung. Danach macht er hoffentlich da weiter, wo er aufgehört hat, das war letzte Saison wesentlich mehr als man erwarten durfte.
Thurk. Einsatzbereitschaft kann man ihm nicht absprechen. Zweifelhaft ist jedoch, ob man als Stürmer bei jedem Angriff des Gegners bis an den eigenen Strafraum mit zurückgehen muss. Wenn er irgendwann mal für mehr als nur ein Spiel sein Chisma ablegen kann, wird er sicher noch eine wichtige Alternative für den dünn besetzten Sturm.
Heller. Ich halte ihn nach wie vor für einen sehr hoffnungsvollen Nachwuchsmann. Wie man allerdings mit Anfang 20 schon einen Ermüdungsbruch im Lendenwirbelbereich haben kann, erscheint mir rätselhaft. Hoffentlich kann er bald wieder mitmischen, wenn er dann nicht jeden Ball bis an die Grundlinie dribbelt, sondern auch mal abspielt, wird alles gut.
Ljubicic: Übernimmt den Bank-Platz von Stroh-Engel. Spielt aber vielleicht auch mal.
Insgesamt muss man hoffen, dass sich keiner der Stürmer länger verletzt. Und dass wir durchgehend mit zwei Spitzen auflaufen und nicht bei jedem zweiten Spiel versuchen, die Taktik zu modifizieren. Amanatidids und Takahara ist zuzutrauen, dass sie mit dem Flügelspiel des neu formierten Mittelfeldes ewtas anfangen können.
Morgen gehts weiter mit dem Saisonstart!
frankfurterniveau - 10. Aug, 10:15
Das Mittelfeld. Vielleicht der wichtigste Mannschaftsteil, steht er doch zumeist in der Mitte des Platzes im Mittelpunkt des Geschehens. In der abgelaufenen Saison lief es nicht besonders rund für die Frankfurter Abteilung Spielgestaltung. Bei den Defensiveren waren ständig einer oder mehrere verletzt oder aus anderen Gründen nicht Spielbereit, einzige Konstante war das Huggel’sche Phlegma. Alex Meier, der hinter den Spitzen die Fäden ziehen und letzten Pässe spielen sollte, konnte sich auf dieser Position nicht durchsetzen. Streit gab es ein halbes Jahr nicht, Alternativen wie Köhler oder Preuss konnten auch keine Konstanz ins Spiel oder System bringen. Positiv war, dass sich die Spieler in einigen entscheidenden Spielen auf gutes Positionsspiel, schnelles weiterleiten der Bälle und natürlich Kampfbereitschaft besinnen konnten.
Nun weiter zum aktuellen Kader, der unsere Zukunft gestaltet:
Inamoto. Den Namen hatte ich schon mal gehört, bewusst spielen sehen aber weder bei der WM noch bei einem der zahlreichen Vereinen, bei denen er wohl gewesen ist. Von der Frankfurter Presse wurde er als inoffizieller Jones-Nachfolger eingeführt. Dynamisch, schnell und dominant im Zweikampf soll er demnach sein, das wäre wunderbar und genau die Verstärkung, die die Eintracht auf der viel zitierten Position Nummer 6 braucht. Bei einem 1,70 großen Japaner erscheint es jedoch ratsam abzuwarten, wie stark er sich dann tatsächlich auf dem Spielfeld in der Bundesliga in Szene setzen kann.
Mahdavikia. Vor ein paar Jahren war angeblich mal Manchester United interessiert. In den letzten zwei Jahren hatte es beim HSV meistens nur noch zum Einwechselspieler gereicht. Genügend Erfahrung, um das Team zu verstärken, bringt er jedoch mit, und als Kämpfer und Wusler auf der rechten Seite (Nicht wie, Schoppe inne Kopp, gestern fälschlicherweise behauptet Links) kann er hoffentlich immer wieder mal gefährliche Situationen verursachen.
Streit. Erstaunlicherweise immer noch da. Die Schalker müssen wirklich in ernsten Geldproblemen stecken, wenn sie trotz Gazprom die paar läppischen Kröten nicht locker machen konnten. Hoffentlich spielt er diese Saison auch die Rückrunde.
Meier. Wenn er dieses Jahr die Möglichkeit bekommt, seine Rolle als Spielmacher auszufüllen, dann sollte er sie nutzen. Manchmal, nur viel zu selten, spielt er den richtigen Pass im richtigen Moment. Andernfalls bleibt zu hoffen, dass er sich in seiner Funktion als Strafraumspieler findet: Hinten Bälle rausköpfen, dann schnell(!!!) auf die andere Seite des Platzes und den Fuß hinhalten. Beides kann er ziemlich gut, viele seiner Tore erinnern wirklich an Jörn Andersen oder Lothar Sippel. Das wäre nicht schlecht...
Fink. Bisher eine Enttäuschung. Anfangs von einem Bruch des großen Zehs zurückgeworfen, konnte er nicht an die Leistungen aus Bielefeld anknüpfen, in der Offensive keinen Einfluss nehmen und war auch in seiner Funktion als Defensivspieler oft nicht fehlerfrei. Nun scheint er sich gefangen zu haben und steht in der Startelf am Wochenende. Er muss Selbstbewusster und mit mehr Durchsetzungsvermögen aufspielen.
Preuss. Er war leider viel zu häufig von Blessuren geplagt, um sein unzweifelhaft vorhandenes Talent entfalten zu können. Seit seiner Rückkehr aus Bochum vor mittlerweile drei Jahren hat er so keine Stammposition für sich reklamieren können. Dieses Jahr könnte er Teil einer Doppel-6 spielen, theoretisch auch im rechten Mittelfeld oder als Rechtsverteidiger. Es wäre toll, wenn er sich für irgendeine Position wirklich gut spezialisieren könnte, wahrscheinlich wird er aber weiter Ergänzung bleiben.
Weissenberger. Mir ist er das einzige Mal richtig aufgefallen, als ich ihn auf der letztjährigen Saisoneröffnungsfeier für Copado gehalten habe. Auch der Trainer gesteht mittlerweile zu, dass er vor allen Dingen für die Stimmung in der Kabine, ähh, „Das Mannschaftsgefüge“ gut sei.
Köhler. Wird auch dieses Jahr meistens auf der Bank sitzen müssen, nachdem er als gelernter Stürmer schon zuletzt als Notnagel im defensiven Mittelfeld dienen musste. Vielleicht wird bei anhaltendem Verletzungspech mal wieder ein Platz im Angriff für ihn frei.
Chris: Hoffentlich wird er irgendwann wieder fit. In der Abwehr wäre er verschenkt, er muss jedoch deutlich schneller werden als in seinen wenigen Spielen in der letzten Saison.
Toski. Soweit ich weiß wollte er sich ab dieser Spielzeit Toska nennen, nachdem der im Frühjahr erfahren hat, dass seine Großeltern nach der Flucht aus Albanien ein a gegen ein i getauscht haben.
Um es einmal deutlich zu sagen: Die dem Frankfurter Niveau innewohnende Erwartungshaltung an das Mittelfeld ist, dass die Spieler den Ball mit einer gewissen Eleganz und Zielstrebigkeit in die Nähe des gegnerischen Strafraums bringen. Sollte die Eintracht in Bestbesetzung auflaufen können, so haben wir dieses Jahr zum ersten Mal seit langer Zeit die Akteure, denen das aufgrund ihres technischen Rüstzeugs ohne weiteres zuzutrauen ist. Vom System könnte es eine Umstellung geben, mit zwei Defensiven und zwei Außen wäre die Position von Meier/Weissenberger wegrationalisiert. Bei Meier kann ich mir vorstellen, dass er als hängende Spitze gut eingesetzt ist.
Jetzt ist es doch etwas länger geworden. Wer hier noch mitliest, dem sei Dank für die Aufmerksamkeit. Morgen geht’s weiter mit den Torjägern.
frankfurterniveau - 9. Aug, 10:22
Noch drei Tage bis zur Wiederkehr der wöchentlichen Festspiele sind Grund und Anlass, den Kader unserer Eintracht hinsichtlich den Mindestanforderungen des Frankfurter Niveaus zu prüfen. Heute: Der Defensivverbund.
Im Tor:
Markus Pröll ist wiedergenesen und folgerichtig die Nummer 1. Nach der Vorrunde vergangener Saison vom Fachmagazin kicker als "Der Überflieger" eingestuft sollte er auch heuer ein verlässlicher Rückhalt sein, sollte er sich nicht wieder verletzen. Und dafür war er im Verlauf seiner bisherigen Karriere durchaus anfällig.
Nikolov wäre im Falle des Verletzungsfalles die erste Alternative. Auf der Haben-Seite kann er ein gerüttelt Maß an Bundesligaerfahrung für sich verbuchen, leider steht er nach all den Jahren in Punkto Strafraumbeherrschung immer noch ziemlich im Soll.
Zimmermann hat bei seinen bisherigen Einsätzen sehr ordentliche Leistungen gezeigt und wäre aus perspektivischer Sicht Nikolov in der Hierarchie fast vorzuziehen. Die grundsätzliche konservative Haltung des Trainerstabes, insbesondere was die sensible Position zwischen den Pfosten angeht, läßt jedoch anderes vermuten...
Die Abwehrkette:
Rechts hinten ist Patrick Ochs gesetzt. Sein Zweikampfverhalten ist zumeist vorbildlich. Im Offensivspiel hingegen sollte er in diesem Jahr versuchen, etwas konsequenter und mit mehr Übersicht zu spielen. Soll heißen: Öfter bis zur Grundlinie gehen und brauchbarere Flanken schlagen oder den Ball im Halbfeld rechtzeitig abspielen. Alternativen gibt es für seine Position fast nicht, Christoph Preuß als Notlösung ist im Mittelfeld eindeutig besser eingesetzt.
Links hinten wird Spycher spielen. Er kann mangelnde Schnelligkeit zumeist durch ein gutes Auge kompensieren, wie bei Ochs wären für eine Weiterentwicklung der Spielkultur aber auch bei ihm stärkere Impulse nach vorne wünschenswert.
Mounir Chaftar, zuletzt bei Tests als Innenverteidiger eingesetzt, ist sein Ersatz. Bislang kaum zum Zuge gekommen hat er sich bei seinen wenigen Einsätzen als sehr lauffreudig und bemüht erwiesen, wurde von den Mitspielern aber häufig links liegen gelassen. In der Defensivarbeit sind ihm dazu einige ärgerliche Anfängerfehler unterlaufen, die man einem Anfänger aber auch zugestehen sollte.
Auch Neuzugang Mahdavikia könnte notfalls in der Abwehr spielen, die Erfahrung seiner Hamburger Zeit lehrt jedoch, dass er im Mittelfeld besser aufgehoben ist.
In der Innenverteidigung stehen vier Spieler für zwei Startplätze zur Verfügung.
Vasoski muss zusehen, dass seine Nase schnell wieder funktionsfähig ist und ihm den richtigen Riecher für die Laufwege seiner Gegenspieler verleiht. Insgesamt war er sicher der verlässlichste Abwehrspieler der letzten Jahre, in der Vorsaison offenbarte er allerdings in einigen Situationen bislang nicht bekannte Stellungsfehler. das sollte er abstellen.
Kyrgiakos, der Koloss, zeichnet sich durch großen Einsatz und Kampfbereitschaft aus. Er gewinnt die meisten Zweikämpfe, erobert viele Bälle, schießt Tore und ist sicher einer der spektakulärsten Innenverteidiger der gesamten Bundesliga. Dummerweise landet fast jeder vertikal gespielte Ball wieder in den Füssen des Gegners, weshalb die Wirkung seines Einsatzes häufig verpufft. Zwischenzeitlich hat man ihm daher verordnet, den Ball nur noch quer nach aussen zu spielen, das macht das Spiel zwar langsam, er sollte es aber dabei belassen.
Marco Russ ist nach wie vor der talentierteste Verteidiger der Mannschaft. Für sein Alter hat er eine erkleckliche Anzahl von Spielen vorzuweisen und dabei meistens erstaunlich abgeklärt gespielt. Sollten Vasoski oder Kyrgiakos die erwähnten Schwachstellen in ihrem Spiel nicht verbessern können, wäre er im Laufe der Saison sicherlich ein Kandidat für die Stammelf.
Aaron Galindo. Verpflichtet als Ersatz für die vielen Verletzten hat er sich nach seinem ersten Spiel gleich selbst in die Reha verabschiedet. Wie gut er wirklich ist und wie schnell er nach der Dopinsperre in die Spur findet muss sich noch zeigen.
Insgesamt sind wir gleichwertig, vielleicht sogar ein wenig besser aufgestellt als vor Jahresfrist. Hält man sich vor Augen, dass die Defensive bis zur Verletzung von Pröll eigentliche der beste Mannschaftsteil war und die Misere erst zu Beginn der Rückrunde wirklich schlimm wurde, müsste die Abwehr den meisten Gegnern in der Bundesliga gewachsen sein. Problematisch wird der Saisonstart mit unseren vielen Angeschlagenen und eventuellem Mangel an Eingespieltheit. Über die Saison gesehen sollte das Niveau aber mindestens ausreichend sein.
Morgen gehts weiter mit dem Mittelfeld.
frankfurterniveau - 8. Aug, 10:15
Am Mainzer Bruchweg. Sinnbild fußballkultureller Konfusion: Von der Innenstadt kommend muss man den Berg hoch, relativ steil und lang, Betzen- oder Bökelberg grüßen schön. Die letzten Meter geht es, ganz dem Vorbild des Fußballmutterlandes folgend, durch eine Arbeitersiedlung. Kleiner Unterschied: Es ist in Wirklichkeit eine ehemalige Kaserne der Besatzungsmacht aus dem Mutterland des eiertretenden Football, die heutigen Bewohner vielleicht ehemals Arbeiter, heute eher Arbeitslos. Und was sich dann als Spielstätte unvermittelt vor einem aufbaut sieht auch nicht unbedingt nach Highbury, Anfield oder Maine Road aus. Als beeindruckend zu bezeichnen ist hier vielleicht die Wellblechwand, die dem Aussenstehenden den Blick aufs Spielfeld, den innen angebrachten Fernsehkameras den Blick auf die aussenvor gebliebenen Zeugen der deutschen Discountrepublik ersparen: die Parkplätze von Aldi und Lidl, die in stiller Eintracht... nein, an dieser Stelle ist Schluss, mit der Eintracht hat das alles wirklich nix zu tun.
Nach dem erfolgreichen Passieren der standardisierten Einlasskontrolle wird klar, dass der ohnehin nicht sehr beeindruckende Schein ein noch bedauernswerteres Sein als erwartet kaschieren muss. Hier ist kein Stein auf dem anderen, buchstäblich das ganze Stadion besteht aus Stahlrohrtribünen. Das ganze Stadion? Nein! Die Haupttribüne scheint eine robuste Betonkonstruktion zu sein, aus dem Innenraum betrachtet recht authentisch. Macht man sich jedoch den Spaß, außen um das Alteisenlagerkonstrukt herumzuspazieren, so entdeckt man rasch den vermessenen Versuch, dem kleinen Ganzen auch noch den mondänen Touch moderner Sportevents zu verpassen: Bierzelte mit VIP-Schildchen, nachträgliche in die Stadionfassade eingelassene Glasfronten und hässliche Ordner in schlecht sitzenden Anzügen machen das alles andere als runde Gesamtbild noch ein bisschen eckiger. Zwanzig Minuten später finden wir uns alle auf der Stehrohrtribüne wieder: Wenige waschechte Wehener, nach dem Aufstieg vom Dorfplatz auf die Profibühne noch voll in der Fangründerphase, auf der Suche nach Identität mit guten Ansätzen, insgesamt jedoch noch etwas überfordert. Wenige Frankfurter, die den Support supporten. Desweiteren: Einige versprengte Stuttgarter, die nicht weiter ins Gewicht fallen und sich hier auch keine Sorgen machen müssen. Und ein ganzer Haufen der allseits beliebten Spaßvögel aus Mainz. Dass sie ihr Territorium hinter dem Tor nicht kampflos aufgeben wollen wäre unter normalen Umständen der naheliegendste Grund für ihre Anwesenheit. Aber Mainz ist bekanntlich anders, spassiger, weil aber doch keiner lacht oder sich sonstwie bemerkbar macht scheinen sich die Karnevalisti einfach nur ihre tödliche Langeweile vertreiben zu wollen. Erfolglos, so hört es sich an. Diese, für eine Hintertortribüne etwas zu bunte Melange aus Gästen und Anhängern unterschiedlicher Couleur, führt zu einem Stimmungsbild, wie es für die Mainzer Fußballrealität typischer kaum sein könnte. Unermüdlich animiert von einer Stimmungskanone am Stadionsprechermikrofon tut sich fast gar nichts. Das überträgt sich auf die schräg gegenüber anwesende Fanschar des VfB, sie verharren in stimmungsloser Lethargie.
Die Mannschaft des SV Wehen braucht eine knappe Halbzeit um festzustellen, dass auch der Deutschen Meister nicht mehr als 22 Beine zum Balltreten zur Verfügung hat. Ab der 40. Minute gibt es so wenigstens innerhalb der Spielfeldumrandung wettbewerbstauglichen Sport zu bewundern. Wenig später schafft der Schiedsrichter, was dem Animator partout nicht gelingen wollte: Mit einigen wohlüberlegt eingestreuten Fehlleistungen bringt er Spieler und Publikum in unerhörte Rage. Die Umstehenden werden lauter und ungehaltener, zum ersten Mal hallen Denunziationen in respektabler Lautstärke über den Platz, gefolgt von einem Raunen des Erstaunens und der Begeisterung über die eigene Leistung. Langsam bekommt die Sache Niveau. Die ersten Mainzer Besserfans verlassen darauf die Stellung. „Unmöglich“, lamentieren sie, „da müssen wir uns ja nicht wundern, wenn die anderen sauer würden!“ Ja, genau, ihr habts echt raus. Und raus gehen sie, derweil rücken die Entrückten, die Verrückten, näher zusammen. Kurz vor Ablauf der Spielzeit erklärt der Unparteiische Stuttgart zum Sieger und erspart den Hessen damit eine weitere Woche der Ungewissheit, wie man sich selbst denn nun in der Professionalität einzuordnen habe. Die Stimme des Plebs ist am Ende geeint, der Mannschaft ein Zeichen gesetzt – Wehen und Wiesbaden sind angekommen. Als temporärer Fixstern am güldenen Firmament des Fußballhimmels, dem Spiegel unserer Zeit. Mögen Sie dort lange verweilen. Und mögen diese seltsamen Mainzer Umstände ein einmaliges Erlebnis bleiben, ein Mahnmal, wie man sich als neu entstehender Teil der Fußballbegeisterten bitte unter keinen Umständen gerieren möge.
frankfurterniveau - 6. Aug, 08:55
Das war ein geschicktes Täuschungsmanöver: Man schickt Mannschaft, Fans und Journaille in die Pampa nach Homburg (meistgebrauchter Schlachtruf: End of the world as we know it) um hinterrücks und ungestört die neueste Verpflichtung perfekt zu machen. Ein Mexikaner mit Namen Galindo soll die nach den ganzen Verletzungen gelinde gesagt völlig unterbesetzte Abwehrreihe verstärken. Und mit Verstärkungen kennt sich Galindo auch prima aus: Er gehört zu den zwei nicht ganz so pfiffigen Nationalspielern Mexikos, die sich im Sommer 2005 beim Selbstversuch mit Nandrolon haben erwischen lassen. Mit ihm ist die Eintracht also mal wieder ganz nah am Zeitgeist. So kommen wir weiter!
frankfurterniveau - 28. Jul, 14:20
Eigentlich als Abschiedsspiel für die Ikonen der Frankfurter Fußballarbeiterklasse geplant, avanciert das heutige Schaulaufen zum 90-minütigen Probetraining für arrivierte Ex-Eintrachtler aller Altersklassen. Insbesondere die Protagonisten, "Zico" Bindewald und Alex "Abi" Schur, passen wie die sprichwörtliche Faust auf Jermaine Jones Auge in den aufgrund der vielen Ausfälle rundzuerneuernden Defensivverbund. Auch die nicht immer treffsichere Sturmabteilung könnte Konkurrenz bekommen. Die Perle der 90er Jahre, Anthony "Tony" Yeboah, hat sich angekündigt und ist unbestätigten Gerüchten folgend nach jahrelangem Einzeltraining in Ghana fit wie nie und in der Form seines Lebens. Möge Chefscout "Holz" Hölzenbein also den DVD-Player ausschalten, sich von seinem Schreibtisch erheben und mit Feldstecher und Blankoverträgen bewaffnet im Stadion zu Bad Homburg erscheinen.
frankfurterniveau - 27. Jul, 09:52
Die Eintracht bricht ihr Trainigslager in Herzlake vorzeitig ab. Kein Wunder, hatte man sich in fast allen Trainigsspielen blamiert, darüber hinaus haben sich regelmässig als Stammkräfte eingeplante Spieler in unfreiwillige Verletzungspausen verabschieden müssen. Weil mit den verbleibenden Gesunden laut Funkel an sinnvolle Saisonvorbereitung nicht mehr zu denken sei, ist man konsequent und kehrt nach Frankfurt zurück, bevor alles noch unerfreulicher wird. Lieber keine Vorbereitung als eine grottenschlechte. Auch wenn es dem neutralen Beobachter merkwürdig erscheinen mag:Wir sind bestens gerüstet aufs schlimmste vorbereitet. Aus Sicht der Eintracht kann es wieder losgehen!
frankfurterniveau - 26. Jul, 12:37
Letzte Saison, in der Winterpause, hat Bruchagen die Frage nach potentiellen Neuzugängen gerne mit dem Kommentar "Chris und Jones kehren nach langer Verletzung zurück, somit haben wir quasi zwei Neue" gekontert. Ein halbes Jahr später wollen die Fragen nach weiteren Verstärkungen weiter nicht abreissen. Vor diesem Hintergrund scheinen wir kommende Saison eine geradezu runderneute Mannschaft auf dem Rasen begrüssen zu dürfen. Jones gilt mittlerweile in Schalke als Neuzugang, Chris hingegen ist nie wirklich fit geworden und kann somit ab August als neuer Spieler wieder begrüßt werden. Auch Köhler und Weissenberger sind in diesem Licht Neuzugänge, wenn Sie wieder einsatzfähig sind. Jetzt hat Ochs einen Muskelfaserriss im Gesäß und kann in drei Wochen dann als frische Kraft für die rechte Außenbahn wiederkehren. Mahdavikia ist schon lange als 'echter' Neuer verbucht, da er momentan aber noch beim Asiencup spielt, wird er bei seiner Ankunft in Frankfurt gerechterweise als doppelter Neuzugang zu feiern sein. Beidfüssig ist er meines Wissens ja auch. Und Takahara, der letztes Jahr schon neu war, wird ebenso aus Asien zurückkehren - und damit haben wir sie, die lang herbeigesehnte neue Sturmkraft. Auch Torhüter Pröll ist nach Bruchhagen'scher Diktion ein neuer Hochkaräter zwischen den Pfosten. Also, alles halb so wild mit den ausbleibenden Verpflichtungen - die Neuen rekrutieren wir einfach aus dem eigenen Kader, quasi.
frankfurterniveau - 19. Jul, 18:22